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Deckname Topas

Buchenau - Lindberger Schachten - Poledník

Der neue Grenzübergang Hirschbachschwelle - Mittagsberg, welchen die Regierung von Niederbayern im Kerngebiet des Nationalparks Bayerischer Wald zum Národní Park Šumava (Nationalpark Böhmerwald) am 02.Juni 2009 freigegeben hat, ermöglicht uns die nachfolgend beschriebene Tour. Zum Schutz der Natur, vor allem des Auerhuhns, sind manche Wege nur zu bestimmten Zeiten freigegeben. Für unsere Tour ergibt sich somit ein Zeitfenster vom 15. Juli bis zum 30. September. Bitte respektieren Sie das Wegegebot und den zulässigen Zeitraum.
Die Pestwurz ist eine sehr ausdauernde Pflanze. Wir finden sie sowohl an unserem Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz in der Ortsmitte von Buchenau aber sie ist auch das Symbol der Wegmarkierung für den ersten Teil unserer Strecke. Der Parkplatz befindet sich direkt an der Brücke über den Pommerbach. Wir folgen zunächst dem Bauchlauf ein kleines Stück bergauf, ehe sich der Weg dann mehr und mehr vom rauschenden Bach entfernt und sich den Hang hinauf schleicht. Nach ca. 850m erreichen wir eine Waldlichtung und treffen auf eine Forststraße. Unsere Route mit dem Pestwurz-Zeichen verlässt einige Meter weiter wieder die Straße und zieht einen Waldweg vor. Wir überqueren nach und nach drei Forststraßen ehe wir den Lindberger Schachten erreichen (km 3,5). Die ersten Schachten entstanden im 17. Jahrhundert. Sie waren lange Zeit, über die Sommermonaten Weide für das Jungvieh. Die großen, markanten Laubbäume dienten dem Vieh als Unterstand. Heute werden die "Perlen des Bayerischen Waldes" nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, aber weiter gepflegt, um ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren. für den Lindberger Schachten erledigt dies dankenswerter Weise die Dorfgemeinschaft Buchenau. Die heute 9,1 Hektar große Fläche liegt auf ca. 1100 bis 1200m Höhe und wurde um 1619 angelegt. Aus "Schachten am Hirschberg" wurde 1809 Lindberger Schachten. Um 1830 hatte er eine Größe von über 16 Hektar und erst über 300 Jahre später, 1924, wurde die Beweidung eingestellt. Am unteren Ende der Waldweide führt nun ein schmaler Pfad weiter Richtung Nord-Ost. "In der Gruft", wie diese Waldabteilung genannt wird, führt uns der "Horizontalsteig" durch den romantischsten Wegabschnitt unserer Tour. Ca. 800m nach dem Lindberger Schachten überqueren wir das "Gruftbachl" (km 4,2) und kommen durch die "Filzhäng" einer weiteren Forststraße immer näher, auf welcher wir noch ein paar Meter bis zu einer Kreuzung (km 5,2) zurücklegen. Hier verlassen wir die Markierung "Pestwurz" welche nach rechts weiter zur Hirschbachklause und den Hochschachten führt. Wir gehen zunächst geradeaus weiter und verlassen die Forststraße nach etwas mehr als 700m nach rechts, Richtung Grenzbach, dem Jelení potok (km 6,2). Bei Grenzstein 16/14 überschreiten wir die Grenze ins Nachbarland. Keinen halben Kilometer weiter, erreichen wir die Forststraße aus Modrava mit der weiß-rot-weiß-Markierung welche uns bis zum Ziel begleitet. Wir halten uns links, Richtung Norden. Nach etwas mehr als 2km seit dem Grenzübertritt treffen wir auf eine Kreuzung mit der Straße aus Prášily (km 8,5). Ein sanfter Anstieg bringt uns schließlich ans Ziel, dem Gipfelplateau des Poledník (km 9). Der 1315m hohe Mittagsberg wie er mit deutschen Namen heißt, konnte lange Zeit nicht besucht werden. In den 1960-Jahren hatte die Armee eine geheime Station errichtet mit der ab Anfang der 1970-Jahre der Funkverkehr des Westens abgehört wurde. Auch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR nutzte die Einrichtung unter der Tarnbezeichnung "Topas". Erst 1989 verließ die Armee ihren Stützpunkt und die Gebäude mit Ausnahme des großen Turms, verschwanden allmählich. Der Stahlbeton-Koloss wurde um-, ein Kiosk mit einem überdachtem Freisitz angebaut und im Juli 1998 für die Besucher eröffnet. In den drei Etagen des Turms findet man heute neben allgemeinen Informationen über den Nationalpark auch eine Ausstellung über den Sturm Kyrill (19.01.07) und ein Stockwerk widmet sich dem ehemaligen Verwendungszweck. Einen atemberaubenden Ausblick hat man von der Plattform am Dach des 37m hohen Bauwerks welche man über 227 Stufen und eine abenteuerliche Leiter erklimmen kann. Weit reicht der Blick vom Arber über den Falkenstein und Lackenberg die mehr im Norden zu finden sind und zum Rachel und Lusen, und bei klaren Tagen, bis zu den Alpen, im Süden. (km 9,3)


Das benutzen der nicht markierten Wege in der Kernzone des Nationalparks
ist nur in der Zeit vom 15.07 bis 15.11 gestattet.
Weitere Info: Einschränkung des Betretungsrechts im Nationalpark "Bayerischer Wald"








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Länge ca.: 9,3km
Summe Steigungen: 575m
Höchster Punkt: 1312m

GPX-Datei zur Route als Zip-File zum download:
09_Buchenau-Polednik.zip





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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