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Über´s Lohberger Steindl zum Großen Osser

Altlohberghütte - Lohberger Steindl - Großer Osser - Altlohberghütte

Es waren die Künischen Freibauern die den Bergen zwischen Zwercheck und Osser auch den Namen „Künisches Gebirge“ gaben. Künisch für königlich. Auf der böhmischen Seite Královský Hvozd genannt für „Königlicher Wald“. Mindestens seit dem 14. Jahrhundert besiedelten diese freien Bauern als Grenzwächter den Landstrich. Sie waren von vielen Abgaben befreit und genossen Vorrechte. Sie waren keine Leibeigenen und hatten eine eigene Gerichtsbarkeit, eigene Jagdrechte und vieles mehr. Sie waren nur dem König und Kaiser untertan. "Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht!", war ihr stolzer Wahlspruch.
Entlang des Bergrückens führt unsere heutige Tour zum König des Künischen Gebirges, dem Großen Osser, wenn gleich auch der höchste Punkt der Jezerní hora‎ (1343 m) in der Nähe des Zwercheck liegt. Direkt an der Abzweigung nach Altlohberghütte von der Staatsstraße 2154 (Lohberg – Bayer. Eisenstein) befindet sich ein großzügiger Wanderparkplatz, unser Ausgangspunkt. Die Markierung Lo08 bringt uns zunächst leicht bergab, anschließend durch den Ort und dann steil hinauf zum Hotel „Kapitän Goltz“. Wir überqueren die Staatsstraße und anfangs, in nahezu gerader Linie, gewinnen wir zunehmend an Höhenmetern. Bald erreichen wir eine Forststraße, der wir nur ein kleines Stück nach Nordwest folgen. Nach dieser kurzen Verschnaufpause zieht der Weg wieder steiler an. Lohberger Steindl Unvermittelt stehen wir nach wenigen Metern vor einer imposanten, überhängenden Felswand. Sie ist im unteren Teil mit gelben Schwefel- flechten überzogen.
Am Massiv entlang schleicht ein kleiner Pfad hinauf auf den Felskopf des Lohberger Steindls. (km 1,8) Die Sicht hinüber auf den Höhenzug vom Eck zum Großen Arber und in das Tal des Lamer Winkels, ist traumhaft. Auch unser Ziel, der Große Osser, ist von der Felskante aus bereits zu sehen.
Nach einer wohlverdienten Rast führt unser Steig entlang einer von Sturm Kyrill im Jahr 2007 verursachten Windwurffläche, weiter hinauf zum Grenzkamm.
In der Nähe des Malý Kokrháč, wie die kleine Felsspitze im Tschechischen genannt wird, erreichen wir die Staatsgrenze. In der Karte ist keine deutsche Bezeichnung für das 1169 m hohe Felsgebilde angegeben. Herleiten könnte man das Verb „krähen“ (krähen – kokrhat). Vielleicht haben unsere Nachbarn den Namen aufgrund der Form der Felsen gewählt, welche aus der Ferne an einen Hahnenkamm erinnern. Den steilsten Anstieg unserer Tour haben wir geschafft. An den weiß blauen Stangen entlang, Richtung Nordwest, bringt uns der Grenzsteig immer Osser weiter hinüber zum Großen Osser.
Beim Haupt-Grenzstein 24 (km 3,7) lohnt sich ein Abstecher hinunter zum nahen Sesselplatz. Die 2,7 ha große, freie Fläche wurde früher als Viehweide genutzt, ähnlich den Schachten zwischen Falkenstein und Rachel. Sie gehört einer sechsköpfigen Eigentümergemeinschaft aus Lohberg, welche sich die Benutzungsrechte teilen und war schon in alten Landkarten aus dem Jahr 1835 eingezeichnet. Heute ist sie als Biotop ausgewiesen und wird nicht mehr beweidet, der offene Charakter jedoch durch Pflegemaßnahmen bewahrt. Unsere Route führt weiter an der Grenzlinie entlang. Nach einem steileren Anstieg türmt sich bald danach linker Hand ein Felsenriff auf, das uns eindrucksvoll begleitet.
Plötzlich verschwindet die Barriere für ein kurzes Stück und ein Durchschlupf auf die Südseite des Bergrückens tut sich auf. Dort kommt auch der Goldsteigzubringer, bzw. der Wanderweg Lo01 aus Lohberg herauf, dem wir weiter bis zum Großen Osser folgen. Die Aussicht vom Gipfelfelsen ist einmalig. Bei entsprechend klarer Sicht reicht der Blick vom Erzgebirge im Norden bis zu den Alpen im Süden. Bis zum höchsten Berg des Toten Gebirges, dem Großen Priel mit seinen 2515 Metern Höhe. Eine Einkehr im Osserschutzhaus ist obligatorisch. (km 5,4)
Für den Rückweg wählen wir den Lo01 Richtung Lohberg. Das erste Stück des Abstiegs kennen wir bereits durch den Aufstieg. Durch beeindruckenden Hochwald und auf einem mit Felsbrocken geschlichtetem Weg, verlassen wir den Felsgrat, treffen auf einen Wendeplatz und folgen weiter dem Lo1. Bei einer Fortstraßenkreuzung, wechseln wir auf die Route Lo2 welche uns auf einer bequemen Straße, bergauf, bergab, nach Osten bringt. Nach ca. 1,5km führt eine weitere Forststraße steil hinab, ihr folgen wir aber nur ca. 300m. Ein schmaler Pfad zweigt dann links in den Wald hinein ab, weiter markiert mit Lo2. Zügig erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Wanderparkplatz Altlohberghütte. (km 10,0)




Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite



Länge ca.: 10,0 km
Summe Steigungen: 470 m
Höchster Punkt: 1293 m

GPX-Datei zur Route:
27_Altlohbergh-Osser.gpx




Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt.
Teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit
der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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