waldberge.de Landschaft & Fotografie Faszination Bayerischer Wald und Böhmerwald
Home>Arber


Eine Gipfelüberschreitung

Bodenmais - Großer Arber - Kleiner Arbersee - Arberbergbahn Talstation

Trotz der Bauten, auf der Nordseite und am Gipfel, hat der Große Arber seine Anziehungskraft nicht verloren. Viele nutzen die Gondelbahn als Aufstiegshilfe, um auf den höchsten Berg des Bayerischen Waldes zu gelangen. So technisiert die eine Seite, so unberührt und naturverbunden ist die andere.

Ausgangspunkt für unsere den Gipfel überschreitende Tour, ist das neue Rathaus in Bodenmais. Zu der naheliegenden Bushaltestelle wird uns der öffentliche Nahverkehr am Ende unserer Wanderung wieder zurück bringen. (Fahrplan RBO 6198) Wir gehen zunächst bergab bis zum Bahnübergang des Rißlochwegs und folgen dann der schmalen Straße bergauf. Die Route ist nun mit dem blauen Goldsteigzubringersymbol markiert. Am Ende des Rißlochwegs führt zunächst eine breite Forststraße, leicht ansteigend am Riesbach entlang, weiter nach oben. Sie mündet in zwei Wanderwege (km 1,9), der untere, der steinigere Pfad, ist der unsrige. Hier beginnt auch das Naturschutzgebiet welches bereits 1939 eingerichtet wurde und 32,9 ha umfasst. Immer in der Nähe des Bachlaufs entlang erreichen wir ein kleines Wehr (km 2,7) mit dem Wasser für das Elektrizitätswerk in Bodenmais abgezweigt wird. Von der Brücke aus ergibt sich bereits ein imposanter Blick auf die größten Wasserfälle des Bayerischen Waldes. Die Wassermassen stürzen sich an den unteren Fällen, in mehreren Kaskaden, ca. 50 Meter in die Tiefe. Wir überqueren den Riesbach und in Serpentinen führt uns der schmale Pfad weiter am Wasserfall entlang. Immer wieder bieten sich fantastische Blicke auf die, vor allem im Frühjahr oder nach starkem Regen, tosenden Wasser, die einen "Höllenlärm" verursachen können. Das Gelände in dieser unberührten Naturlandschaft ist ringsum so steil, dass hier abgesehen von Wegesicherungsmaßnahmen keine forstlichen Eingriffe stattfinden.
Nach weiteren 300 m bringt uns ein kleiner Steg wieder auf die andere Bachseite. (km 3,0) Ein kleiner Abstecher, ca. 60 Meter hinunter ins Tal, ist lohnend, bringt uns zu den oberen Rieslochfällen. Wir kehren wieder um, bleiben auf dieser Bachseite und die 2 auf grünem Grund führt uns weiter bergauf. Je weiter sich der Steig vom Bach entfernt umso ruhiger wird es. Bald erreichen wir die Arberhochstraße, überqueren den Arberbach und zweigen gleich danach wieder nach rechts ab (km 4,0). Immer weiter bringt uns die "grüne 2", am Arberbach entlang, nach oben. Wir überschreiten eine weitere Forststraße und nach 200 Metern führt der Seesteig Richtung Großer Arbersee, wir aber bleiben der Route mit der 2 auf grünem Grund treu, die nun nach Nordwest zum Arberhüttenschachten, auch Unterer Arberschachten genannt, schwenkt. Eine kleine Hirtenhütte liegt geduckt auf der ehemaligen Waldweide. Weiter oben findet sich ein Unterstand (km 5,2). Wieder queren wir eine Forststraße und nach wenigen Metern führt der Arbersteig in gerader Linie weiter zum Oberen Arberschachten.
Das Gelände wird nun zunehmend steiler. Viele Stufen, teils aus alten Bahnschwellen, sind zu überwinden ehe wir den Richard-Wagner-Kopf, einen der Felsgipfel am Arbergipfelplateau, erreichen. Der markante Felsblock, der im Profil eine Ähnlichkeit mit dem berühmten Komponisten aufweist wurde zum "Bayerns Gestein des Jahres 2015" auserkoren. Von hier bietet sich, bei entsprechender Wetterlage, ein Blick bis zu den Alpen. Hinüber zum Hauptgipfel des Großen Arber sind es nur noch wenige hundert Meter. Die Zwiesler Hütte, welche etwas unterhalb liegt, wurde 2001 durch einen Neubau in Holzbauweise ersetzt und kann vom TV Zwiesel gemietet werden. Nur einige Latschen wachsen auf der baumfreien Fläche. Dominat sind die beiden 1982 - 83 errichteten Radome der Militärstation. Im oberen Turm wird der Luftraum bis nach Venedig und Berlin überwacht. Das System hat eine Reichweite von über 450 km. Der untere Turm diente früher in Kombination mit dem oberen, ebenfalls für diesen Zweck, wurde aber dann, als neuere Technik verfügbar war, nicht mehr benötigt.
Das kleine Stück, hinüber zum Hauptgipfel ist gleich geschafft. Holzblanken sorgen für einen gelenkten Besucheransturm. Der höchste Punkt unserer Tour, zugleich der höchste Punkt des Bayerischen Waldes, ist erreicht, wir befinden uns auf 1456 m über N.N. (km 7,0).
Die Zufahrtsstraße der Militärstation führt uns in westliche Richtung wieder bergab. Ca. 250m vom Gipfelkreuz, in der ersten Kurve, befindet sich wenige Meter von der Straße entfernt, eine interessante Felsgruppe. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick auf den Kleinen Arbersee, weit hinaus über die Kette der "acht Tausender" bis hin zum Kaitersberg und Hohen Bogen.
Auf der Straße geht es nun sanft nach unten. Es folgt eine Kehre und knapp 500 m danach führt der Weg nach rechts hinauf zur Märchenwiese einer kleinen Waldwiese (km 8,6). Ohne große Höhenunterschiede, führt der Pfad hinüber zur Chamer Hütte. Sie hat im Sommer ab Mitte Juni geöffnet. 1952 ist sie an diesem Ort errichtet worden und wird seit 2008 vom Schiklub Bodenmais bewirtschaftet. Ein steiler, ca. 15 Minuten dauernder, Anstieg bringt uns zum Gipfel des Kleinen Arber. (km 10,0) Mit Sturm Kyrill hat sich hier im Januar 2007 die Landschaft radikal verändert. Bis hinüber zum Schwarzeck wurde der Kamm abrasiert, trotzte in den Höhenlagen kaum ein Baum den Urgewalten.
Für den Abstieg nehmen wir wieder den gleichen Weg bis zur Chamer Hütte und die Goldsteig-Alternativroute führt uns hinunter zum Kleinen Arbersee. Zunächst auf einem steinigen Wanderweg, später auf einer bequemen Forststraße. Kurz vor dem See verlassen wir die Straße und ein kleiner Steig bringt uns zu dem idyllisch gelegenen See. (km 13,3) Mit einer Wasserfläche von 6,36 ha Fläche und einer Tiefe von 12 Metern fasziniert er vor allem durch seine schwimmenden Inseln. Wenngleich sich auch die beiden hintern schon am Ufer festgesetzt haben, gelingt es der vorderen ihre Lage, je nach Windrichtung, zu verändern. Der See liegt im seit 1959 ausgewiesenen Naturschutzgebiet. Wir befinden uns nun am tiefst gelegenen Punkt unserer Wanderung auf 918 m über N.N. Eindrucksvoll erhebt sich der Große Arber über den See.
Am westlichen Ufer, nur wenige Meter nach der Brücke über den Seeablauf, führt uns die Markierung Lo3 hinauf. Zunächst ein Waldweg, später eine Forststraße mit zwei Kehren und letztlich wieder ein Wanderweg bringen uns zu einer Skipiste welcher wir hinab ins Tal folgen. Bald erreichen wir eine etwas größere freie Fläche an der zwei Schlepplifte enden. Wir halten uns rechts und eine Schotterstraße auf der schmale Piste bringt uns zur Talstation der Gondelbahn. (km 16,6)
Hier befindet sich auch die Bushaltestelle. Der öffentliche Nahverkehr (fährt tägl., letzte Abfahrt 17:36 Uhr) bringt uns zurück nach Bodenmais.



Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite



Länge ca.: 16,6 km
Summe Steigungen: 1039 m
Höchster Punkt: 1456m

GPX-Datei zur Route:
24_Riesloch-Arber.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



>zum Seitenanfang