Wölfe und Bären - raue Wildnis im Waldmünchner Land um 1670entnommen aus dem Buch von Prälat Kraus"Gleißenberg - ein Heimatbuch" Hrsg. Pfarramt Gleißenberg, 1973 (mit freundlicher Genehmigung durch das Pfarramt Dalking, Herr Pfarrer Baumgartner) Am 12. Juni 1679 vermochte der Förster zu Winklarn Georg Glaser unweit des Dorfes Schneeberg eine Wolfshündin zu erlegen, die etwa zwei Stunden zuvor mit einem zweiten Wolf aus einer Schupfe des Hans Moosbauer zu Niesaß ein zweijähriges Kind geraubt hatte und dann auch gefressen hatte. In ihrem Magen fanden sich noch unterschiedliche Teile vom Körper des Kindes, wie die Ohren, Augen, Nase, Zunge, Teile der Hirnschale und des Kinnes. Diese Teile wurden vom Vater des Kindes abgeholt und in ein Ladentücherl oder Kistlein nach Oberviechtach erbracht und da am 14. Juni nach dem Zeugnis des dortigen Pfarrers nach christ-katholischem Brauch zur Erde bestattet. Im Jahre 1680 trug wieder so ein schlimmer Wolf anfangs August zu Grafenried ein fünfjähriges Kind davon. Zwei Wölfe zeigten sich dann einige Wochen später in dem etwa eine Stunde davon entfernten Edlmühle, unweit Treffelstein gelegen, wo dem Söldner Georg Peter Schmidt von den Bestien ein vierjähriges Knäblein geraubt und in einem nahem Waldstück bis auf wenige kleine Reste binnen kurzem verzehrt wurde. Am 31. März 1675 ging von der Amberger Regierung im Auftrag der Münchner Hofkammer ein Generalmandat aus, das zur Jagd aufrief, denn die wilden Tiere waren der Schrecken der Bewohner und auch der Schaden der Herden und Fluren. Für das Erlegen von Wölfen und anderen Raubtieren wurden Preise ausgesetzt. Bei Grafenried wurde sogar ein Bär geschossen. In der Festschrift "1000 Jahre Waldmünchen" berichtet Forstmeister Sippel, daß in den Jahren 1648 - 1667 nicht weniger als 68 Bären, in den Jahren 1631 - 1728 gegen 900 Wölfe in der Gegend von Waldmünchen erlegt wurden. |