Scheibe - Zwercheck - Osser - OberlohbergAusgangspunkt für diese Kammwanderung ist der Parkplatz am Langlaufzentrum Scheibe, direkt am Fuß des Zwercheck. Von den hier ausgehenden Forststraßen folgen wir zunächst der Nördlichsten nur wenige Meter nach Osten um dann auf einer weiteren Forststraße weiter nach Norden zu marschieren. Der weg ist mit Lo 5 markiert. Bei der nächsten Kreuzung gehts nach nordost, leicht bergab. 450m nach der Abzweigung verlassen wir die Forststraße und folgen einem Pfad in den lichten Hochwald. Nun gehts zielstrebig bergauf, hinauf zum Zwercheck. Vorbei an einer sumpfigen Stelle, aus der sich ein kleiner Bach ins Tal schlängelt, kommen bald die ersten freien Flächen des Gipfelbereichs. Die Blockhalden und die freien Wiesenflächen könnten romantischer nicht gelegen sein. Der Steig führt weiter zu einem markanten großen Felsblock welcher in der Nähe des höchsten Punktes liegt, direkt an der deutsch-tschechischen Grenzlinie. Wir folgen dem Grenzverlauf nach Westen. Nach wenigen Metern erreichen wir eine Tafel welche uns über die Geschichte der inzwischen verfallenen Juranek Hütte informiert. 1922 wurde sie vom Skiklub Pilsen errichtet und brannte 1931 ab. Die zweite Hütte, 1932 feierlich eröffnet, wurde von deutschen Soldaten am Ende des Krieges gesprengt und die zuletzt errichtete Hütte (1945) überlebte das Betretungsverbot des Grenzgebiets zu Zeiten der CSSR, nicht. Kurz vor der ersten großen Windwurffläche, welche Sturm Kyrill im Frühjahr 2007 hinterlassen hat, schwenken wir für einen Abstecher nach Süden. Auf einem Felsen, umgeben von weiten Wiesenflächen, treffen wir auf das kleine Gipfelkreuz. Stolz grüßt der Arber herüber, weiter östlich erkennt man den Falkenstein und seine Nachbarn im Nationalpark Bayerischer Wald. Von diesem traumhaft schönen Fleck gehts wieder zurück zur Grenze und unser weiterer Weg ist nun bestens markiert: wir folgen immer den großen, weißen Kunststoffstangen mit dem blauen Ring, bis hinüber zum Großen Osser. Immer am Kamm entlang, mal bergauf, mal bergab durch das Künische Gebirge. Der Name "künisch" ist abgeleitet von "königlich". Der "Königliche Wald" - "Kralovsky Hvozd" wurde schon im 11. Jahrhundert auf Initiative des böhmischen Herzogs Bretsilaw I. zur Sicherung der Grenze besiedelt. Diese künischen Freibauern hatten eine Reihe von Privilegien. Sie waren von der Leibeigenschaft befreit und besaßen unter anderem eine eigene Gerichtsbarkeit. Der Leitsatz war "Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht!". Mit dem Aufheben der Grunddienstbarkeit im Jahre 1848 verloren die Künischen ihre Sonderrechte. Durch hohe Heidelbeerstauden gehts auf dem steinigem Weg Über den Lohberger Riegel, das Knöchel und zum Sesselplatz, einer ehemaligen Waldweide. So angenehm das Naschen von den Beeren bei schönem Wetter ist, so problematisch wird das ganze bei nasser Witterung. Hosen sind dann schnell durchnässt. Kurz vor dem Ossergipfel treffen wir auf ein steil aufragendes Felsenriff. Die Grenzlinie steigt in die Höhe und unser Pfad schleicht sich südlich davon, teils durch ein Drahtseil gesichert, weiter hinauf zum Gipfel. Wenige Meter unter dem Gipfelkreuz treffen wir auf einen der "Berührsteine" des Künstlers Alois Öllinger. Die Aussicht Vom Gipfel ist fantastisch. Im Osten das Zwercheck über das wir unsere Wanderung begonnen haben, etwas weiter nach Süden der Falkenstein. Weiter der Arber und die ganze Kette der 8 Tausender bis zum Kaitersberg. Im Westen der Hohe Bogen, der Gibacht und der Cerchov. Im Norden der weite Blick ins böhmische Becken. An seltenen, klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Alpen. Knapp unter dem Gipfel lädt das Osserschuzhaus zu einer Rast ein. Über den Hauptwanderweg ist in einer knappen Stunde Oberlohberg erreicht.
Streckenlänge ca. 11km
Im Vordergrund das Zwercheck mit den Windwurfflächen von Kyrill, links die beiden Ossergipfel. |