Home>Šumava, Lamer Winkel

Hamry - Osser - Lam
Der 2007 eingerichtete Wanderbus von Arnbruck über Lam nach Hamry ist ideal für die nachfolgend beschriebene Tour. Ausgangs- und Zielpunktpunkt für diese Wanderung ist Lam.
Mit dem Sumava-Bus fahren wir von Lam über Rittsteig nach Hamry in die tschechische Republik. Der Ort Hammern, wie er früher hieß, wird 1429 erstmals urkundlich erwähnt, war jedoch schon unter Graf Albert III. von Bogen († 1198), gegründet worden. Der Ortsname bezieht sich auf die Hammerwerke, welche zur Verarbeitung des in der Umgebung gefundenen Eisenerzes entstanden waren. Auch viele Glashütten und eine Papierwerk wurden früher im Tal der Úhlava, dem Angelbach, betrieben. Als 1890 die letzte Glashütte geschlossen und dann der Krieg sein Schrecken verbreitete, verließen mehr und mehr Einwohner den Ort. Seit 1992 ist Hamry wieder eine eigenständige Gemeinde mit ca. 130 Einwohnern.
Von der Haltestelle an der barocken Wallfahrtskirche der Schmerzhaften Mutter Gottes folgen wir der weiß-grün-weißen Markierung zum Hotel Kollerhof. Wenige Meter nach dem Hotel geht's sehr steil über einen Hang hinauf zum Waldrand. Von hier hat man einen weiten Blick auf die gegenüberliegende Bergkette von Pancíř, Můstek und Prenet. Auf diesem Höhenzug verlief die Hochstraße oder auch Zwieseler Straße oder Salzstraße genannt. Sie kam von Passau und führte über den Pancíř und Můstek bis nach Klattau. Der Weg über die Bergrücken war viel leichter zu bewältigen als durch die sumpfigen Täler. Wir tauchen in den Wald ein und bei einer Höhe von ca. 700m ü.N.N. tauchen die erste Ruinen der ehemaligen Siedlungen Berghöfe und Berghof auf
(km 1,0), welche auf einer alten Karte von 1878 noch eingezeichnet sind. Nur die Grundmauern sind noch vorhanden. Wenig später überqueren wir die Schneise der ehemaligen Grenz- sicherungsanlagen. Es folgt eine Etappe zum Ausruhen. Nahezu höhengleich wandern wir zunächst auf einem guten Weg und später einer befestigten Kolonnenstraße, aber bereits nach ca. 0,5km verlassen wir die Straße wieder und der Weg geht wieder steiler hinauf.(km 1,9) Bald treffen wir wieder auf eine breite Forststraße welcher wir mit leichtem bergauf und bergab lange folgen. Die Markierung wechselt, nach etwas über einem Kilometer auf der Straße, auf weiß-rot weiß: wir befinden uns nun auf der im Winter als Loipe genutzten Strecke von Rittsteig zum Špičák. (km 3,7) Eine viertel Stunde weiter, tritt unterhalb der Straße, eine sehr ergiebige Quelle aus dem Hang. Die Wasser aus zwei weiteren, benachbarten Quellen vereinigen sich zum Bach Ostrý. Nun ist es nicht mehr weit und wir treffen auf Statecek Pod Ostrym, den Güttelplatz. Heute ein großer Wendeplatz und eine Zusammenkunft vieler Wege und Straßen. Früher ein Siedlungsplatz mit einem Einödhof. (km 6,0)
Im spitzen Winkel geht's nun nach Westen, zügig bergauf. Die Markierung wechselt wieder, nun auf weiß-blau-weiß. Was zuerst noch ein relativ breiter Weg ist geht weiter oben in einen kleinen Steig mit ehemals sorgfältig aufgerichteten Trittsteinen über. Kurz bevor wir den Kamm erreichen durchqueren wir eine von Sturm Kyrill im Januar 2007 "angelegte" Freifläche. Mit Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h legten die Sturmböen die Bäume hier flach. Nach einer weiteren Kehre Richtung Osten ist es nur noch ein halber Kilometer bis zum Schutzhaus am großen Osser. (km 8,6) Der Ausblick lohnt die Mühen des Aufstiegs. Im Süden der Arber, weiter nach links, der Falkenstein und schließlich das Zwercheck. Dem Kamm vom Osser zum Svaroh, wie das Zwercheck auf der bömischen Seite genannt wird, folgt auch die Grenze zwischen Bayern und Böhmen. Rechts vom Arber der Höhenzug der acht Tausender bis zum Kaitersberg und ganz nahe der kleine Osser.
Beim Abstieg folgen wir nun konsequent dem grünen Pfeil auf weißem Grund, dem europäischen Hauptwanderweg E6. Steil geht's über die Felsen hinunter. Nach dem Geländer steigen wir nach Lam, Richtung Westen ab. Vorbei an der Talstation der Materialseilbahn, weiter zum Sattel zwischen großem und kleinem Osser mit seiner Kapelle bei der jedes Jahr die Osserkirchweih gefeiert wird. Steinig ist der Weg zum Parkplatz am Sattel (km 10,8), welchen wir überqueren und weiter Richtung Wallfahrtskirche Maria Hilf (km 12,6) marschieren. Aber dann führt uns ein gepflegter Weg weiter hinab ins Tal. Noch eine Kehre und wir sehen die ersten Häuser von Lam.
Streckenlänge ca. 15km