Goldsteig rückwärts - von Voithenberghütte nach HerzogauWir starten unsere Tour in der Nähe von Voithenberghütte, direkt am Golfplatz. Der Steig führt stetig bergauf und nach wenigen Metern nimmt uns der Wald auf. Kurz streifen wir eine mit perfektem Grün bepflanzte Spielbahn, ehe wir dann auf die mächtige Allee zum Gut Voithenberg treffen. Links und rechts neben den betagten Bäume sind die Golfer beim Spiel. Die etwa 750m lange Allee endet mitten im Gutshof. Das direkt vor uns liegende "alte Schloß" wird 1893 erbaut, es entstand aus dem ehemaligen Forsthaus. Keine 100m südlich davon wurde das Gasthaus errichtet welches 1927 zum "neuen Schloß" im neuromanischen Stil umgebaut wurde. Vorbei an einer schmucken Kapelle geht's hinauf zum Teehäusel. Es wurde 1912 erbaut und 1947 überließ Baron Robert Voith von Voithenberg der Bergwacht Furth im Wald das Gebäude als Diensthütte. Seither wird sie Roberthütte genannt. Hier findet alljährlich unter den großen Buchen, immer zur Zeit der Sommersonnwende, ein Bergfest statt, welches seines Gleichen sucht. Das Geißriegelbergfest der Bergwacht Furth im Wald. Ein paar Meter führt der Weg bergab aber dann zügig hinauf. Vorbei am Reiseck-Brünnl erreichen wird über den Felsensteig das gläserne Kreuz am 902m hohen Reiseck.
Das Kreuz wurde 2005 errichtet, die
Idee hierzu hatte Ralph Wenzel, der Glaskünstler und Wirt vom Gibacht.
Weit geht der Blick in den Hohen Bogen Winkel. Im Tal liegt die Stadt
Furth im Wald, am Horizont die Gipfel von Osser und Zwercheck, Arber und
Hoher Bogen. Weiter geht's zum Kreuzfelsen dem mit 938m höchsten Punkt unserer
Wanderung. Neben dem eindrucksvollen Kreuz kann man, vor allem wenn die Bäume
ohne Laub sind, gerade noch einen Blick zum Čerchov erhaschen. Nächste Station
ist der markante Grenzpunkt Dreiwappen. Hier traf sich die Grenze der
Oberen Pfalz mit denen von Bayern und Böhmen.
Die jahrhundertelangen Streitereien wurden durch das Markieren des Grenzpunktes im harten Fels im
Jahre 1766 beendet. Die drei eingemeisselten Wappen geben davon Zeugnis.
Nach nur kurzem Anstieg führt der Weg zum Pfennigfelsen.
Hier kann der Wanderer,
ähnlich dem Brauch mit den Münzen in den Brunnen, sein Geld in einer Felsnische
mit einem steinernen Türchen deponieren. Gemächlich abwärts bis zum Gasthaus Gibacht
ist die nächste Etappe bald geschafft. Es folgen 700m Teerstraße hinab nach Althütte,
aber die sind bald vergessen, wenn wir erst einmal die Kreisstraße überquert haben
und über eine breite Wiese, hinüber Richtung Klammerfelsen, marschieren. Kurz vor dem
Wald grüßt uns rechter Hand wieder der Čerchov . Durch hohen lichten Wald, zuerst
gleichmäßig ansteigend und dann in einem wilden bergauf - bergab geht's über den Grat,
zum Aussichtsturm des Klammerfelsen. Die Wälder um uns sind als Flora Fauna Habitat
eingetragen. Der weite Blick in die Runde geht von der Cham-Further-Senke über Rötz bis
hinauf ins Schönseer Land. Der König des Cesky Les, der Čerchov , fügt sich im Norden
eher bescheiden in die Reihe der Waldgipfel ein. Zuerst auf einem kleinen
verschlungenen Pfad führt der Weg hinab nach Herzogau. Eine Forststraße
wird überquert, ehe wir einer weiteren zum Bergdorf folgen. Als erstes Gebäude
treffen wir auf das Waldhäusl, dem Wanderheim des Waldvereins. Mit dem romantische
Ensemble aus Schloß, Brauerei und Kirche haben wir unser Ziel, Herzogau, erreicht.
Streckenlänge: ca. 12,5 km Der Weg ist durchgängig mit dem Goldsteig-Emblem markiert und folgt im wesentlichen im dem europäschien Fernwanderweg E6 (grünes Dreieck auf weißem Grund ) ![]() Blick vom Aussichtsturm am Klammerfelsen: in der Bildmitte der Čerchov |