Home>WALDmünchen

Waldmünchen Heinzlgrün - Tiefer Graben - Čerchov
Wir erreichen den Ausgangspunkt unserer Tour auf der Straße von Waldmünchen/Ulrichsgrün nach Lenkenhütte. In der Nähe der Frankenschleif. Genauer: an der Stelle an welcher der "Tiefe Graben" ,ein kleiner Bach, die Straße unterquert. Der Streckenverlauf ist auf deutscher Seite nicht markiert. Die Namensendungen "-schleif" und "-hütte" berichten von den Zeiten als hier bis um das Jahr 1920 Glasmacher und Glasschleifer ihren Lebensunterhalt verdienten. Wir starten unsere romantische Tour direkt am Bachlauf, welchem wir bis zur Grenze zu unseren tschechischen Nachbarn treu belieben. Bereits nach kurzer Strecke tauchen wir in den Wald ein und erreichen nach ca. 220m die erste Forststraße welche wir queren. Gebirgsbach ist für den "Tiefen Graben" sicher übertrieben, charakterisiert aber dennoch die unzähligen Kaskaden und Stufen welche er zu überwinden hat. Vor allem im Winter bietet sich ein zauberhaftes Schauspiel. Erstarrte Wasserfälle und wie mit Glas überzogene Wurzeln und Äste bilden phantastische Skulpturen. Links oder rechts vom Bach findet sich immer ein Pfad und wir erreichen nach ca. 450m die zweite Forststraße welche wir wieder überqueren. Vorbei gehts an alten Fundamenten und letzten Resten einer Uferbefestigung. Vermutlich sind dies die letzten Überbleibsel alter Sägewerke welche die Wasserkraft ausnützten. Sie wurden wahrscheinlich nach dem großen Sturm 1869/70 errichtet, um den damaligen großen Windbruch aufzuarbeiten. Besonders eindrucksvoll ist eine alte verwachsene Brücke, welche als solche erst auf den zweiten Blick erkennbar ist. Kommt man auf den Übergang zu, sieht es zuerst so aus als würde der Bach in einem Loch verschluckt werden, sprudelt jedoch wenige Meter weiter, wieder munter hervor. Der Bachlauf wurde in dieser Gegend zur Zeit der Glasschleifen mehrfach umgeleitet und es gab viele gerichtliche Streitigkeiten, wer die Kraft des Wasser nutzen durfte. Stetig bergan, weiter dem munteren Wasser folgend, treffen wir nach 1,1km auf die dritte Forststraße. Weiter gehts zum vierten und letzten Forstweg auf der deutschen Seite, welcher nach 1,4km erreicht ist. Eine Bank bei einem Wegkreuz lädt zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Bis zur Staatsgrenze (ca. 1,7km) ist es nicht mehr weit. Nach wenigen Metern an der Grenze entlang, Richtung Norden, zweigt ein Waldweg ins Böhmische ab, dem wir uns anschließen. Bald treffen wir auf die weiß-gelb-weiß Markierung die vom Grenzübergang Lehmgrubenweg her kommt (2,2km). Die erste Forststraße auf tschechischem Gebiet, queren wir wieder. Hier befand sich zur Zeit des Kalten Krieges der Sperrzaun. Wir folgen einem schmäler werdenden Steig bis zum mehr und mehr verfallenden Brunnhäusl. Hier entspringt unser Bach dem wir bis zur Grenze folgten. Nun begleitet uns die weiß-grün-weiß-Markierung welche von Dreiwappen her kommt, zum Čerchov. Der nächsten Forststraße folgen wir kurz und biegen nach wenigen Metern nach links, Richtung Nordost ab. Achtung, die weiß-grün-weiß-Markierung verlässt bald die bequeme Straße und zweigt nach Norden ab, hinauf zum Skalka. Hier können wir schon ersten Blick vom Gipfel erhaschen. Immer näher kommen wir den mächtigen Türmen und haben nach ca. 4,5km unser Ziel erreicht.









Ruine vom Brunnhäusl